Magen-Darm-Infekt (Gastroenteritis) – Was tun?

Ein Magen-Darm-Infekt kann durch Viren, Bakterien oder seltener durch Parasiten verursacht werden. Häufige Symptome sind Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und allgemeines Unwohlsein. In den meisten Fällen heilt die Erkrankung innerhalb weniger Tage von selbst aus. Die wichtigsten Maßnahmen sind eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine angepasste Ernährung.

1. Flüssigkeitsaufnahme – So vermeiden Sie Austrocknung

Flüssigkeits- und Elektrolytverluste müssen ausgeglichen werden, insbesondere bei starkem Durchfall oder Erbrechen.

Geeignete Getränke:

  • Orale Rehydratationslösungen (ORS) aus der Apotheke (z. B. Elotrans, ORS 200)
  • Falls nicht verfügbar: hausgemachte ORS nach WHO-Empfehlung:
    • 1 Liter abgekochtes Trinkwasser
    • ½ TL Salz (3,5 g)
    • 6 TL Zucker (20 g)
    • 1,5 g Kaliumchlorid (optional, z. B. aus Kaliumsalz oder einer Banane)
    • 2,5 g Natriumhydrogencarbonat oder 2 TL Zitronensaft (wenn kein Kaliumchlorid verfügbar ist)
    • Falls kein Kaliumchlorid vorhanden ist, zusätzlich eine halbe Orange oder Banane essen

Weitere Alternativen:

  • Leicht gesüßter Fenchel-, Kamillen- oder Pfefferminztee mit einer Prise Salz
  • Stilles Wasser in kleinen Schlucken
  • Stark verdünnte Apfelschorle (Verhältnis 1:3 mit Wasser)

Nicht empfehlenswert:

  • Reines Wasser in großen Mengen (verstärkt Elektrolytverluste)
  • Kohlensäurehaltige Getränke (können Blähungen verstärken)
  • Fruchtsäfte und Softdrinks (zu hoher Zuckergehalt → kann Durchfall verstärken)
  • Milchprodukte (können eine vorübergehende Laktoseintoleranz verschlimmern)

Empfehlung bei Übelkeit/Erbrechen:

  • Flüssigkeit in kleinen Schlucken oder löffelweise aufnehmen
  • Leicht gekühlte Getränke helfen oft bei Übelkeit
  • Warme Getränke beruhigen den Magen bei Schmerzen oder Krämpfen

2. Wärmeanwendung & Bauchmassage gegen Krämpfe und Blähungen

Wärmeanwendungen:

  • Wärmflasche oder Körnerkissen (max. 40°C) auf den Bauch legen
  • Dauer: 20 Minuten, dann Pause
  • Warme Bäder (37–39°C) helfen bei Bauchkrämpfen, sind aber nicht empfehlenswert bei starkem Durchfall oder Kreislaufschwäche

Bauchmassage:

  • In Rückenlage mit angewinkelten Beinen entspannen
  • Sanfte, kreisende Bewegungen im Uhrzeigersinn mit der Handfläche
  • Dauer: 5–10 Minuten, mehrmals täglich wiederholen
  • Hilft besonders bei Blähungen und Völlegefühl

3. Behandlung je nach Symptom

Durchfall (Diarrhoe)

  • Elektrolytverluste ausgleichen (siehe oben Flüssigkeitsaufnahme)
  • Leichte Kost mit stopfenden Lebensmitteln
  • Ruhe und Wärmeanwendungen

Medikamentöse Unterstützung:

  • Perenterol (Saccharomyces boulardii): Unterstützt die Darmflora
  • Tannacomp: Wirkt entzündungshemmend und beruhigt den Darm
  • Racecadotril (Vaprino, ab 5 Jahren): Reduziert übermäßigen Flüssigkeitsverlust durch den Darm
  • Kein Loperamid (Imodium) bei Infekten, da es den natürlichen Keimaustrag verzögern kann

Übelkeit & Erbrechen

  • Flüssigkeitsaufnahme in kleinen Schlucken (siehe oben)
  • Kühl temperierte Getränke können helfen
  • Ruhe und langsame Nahrungsaufnahme

Medikamentöse Unterstützung:

  • Vomex A (Dimenhydrinat): Bei starker Übelkeit (macht müde)
  • Iberogast Tropfen: Pflanzlich, reguliert Magenbewegung

Bauchschmerzen & Krämpfe

  • Wärmeanwendungen und Kräutertees (Fenchel-, Anis- oder Kümmeltee)
  • Leichte Bauchmassage

Medikamentöse Unterstützung:

  • Buscopan (Butylscopolamin): Bei krampfartigen Schmerzen
  • Simeticon (Lefax, Sab Simplex): Gegen Blähungen

Blähungen & Völlegefühl

  • Vermeidung von blähenden Speisen (Hülsenfrüchte, Kohl, Milchprodukte)
  • Leichte Bewegung zur Förderung der Darmtätigkeit
  • Bauchmassage

Medikamentöse Unterstützung:

  • Simeticon (Sab Simplex, Lefax): Hilft, Gasansammlungen aufzulösen
  • Tannacomp: Entzündungshemmend und beruhigend für den Darm

4. Ernährung während und nach der Erkrankung

Gut verträglich:

  • Geriebener Apfel (Pektin wirkt stopfend)
  • Banane (liefert Kalium)
  • Zwieback
  • Weißbrot, Reis oder Kartoffeln
  • Haferschleim
  • Karotten- oder Kartoffelsuppe
  • Gekochtes Gemüse in kleinen Mengen

Vermeiden sollten Sie:

  • Milchprodukte (können vorübergehende Laktoseintoleranz verstärken)
  • Zuckerhaltige Speisen & Fruchtsäfte (können Durchfall verstärken)
  • Fettige, stark gewürzte Speisen
  • Alkohol und Kaffee

5. Red Flags – Wann ist eine ärztliche Abklärung nötig?

Falls einer der folgenden Punkte zutrifft, sollte die Ursache genauer untersucht werden:

  • Hohes Fieber über 39°C
  • Blut im Stuhl oder schwarzer, teeriger Stuhl
  • Starke Dehydratationszeichen:
    • Trockene Schleimhäute, eingesunkene Augen
    • Kein Wasserlassen über mehr als 6 Stunden
  • Sehr starke, anhaltende Bauchschmerzen, insbesondere:
    • Akuter, plötzlicher Schmerz
    • Harte Bauchdecke oder Abwehrspannung
    • Einseitige Schmerzen, die sich unter Bewegung oder Druck verschlimmern
  • Erbrechen über 24 Stunden ohne Besserung
  • Chronischer Durchfall über mehr als 5 Tage ohne deutliche Besserung
  • Wiederkehrende Magen-Darm-Beschwerden über mehrere Wochen

Ein Magen-Darm-Infekt klingt meist innerhalb weniger Tage von selbst ab. Wichtig ist, ausreichend zu trinken, den Darm zu entlasten und Symptome gezielt zu behandeln. Falls sich die Symptome verschlimmern oder die oben genannten Red Flags auftreten, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

 

Quellen:

  • World Health Organization (WHO) (https://www.who.int/health-topics/cholera/information-for-the-public/oral-rehydration-solution)
  • AWMF S3-Leitlinie „Gastrointestinale Infektionen“ (https://www.awmf.org/)
  • National Institute for Health and Care Excellence, „Diarrhoea and vomiting caused by gastroenteritis in under 5s: diagnosis and management“ (https://www.nice.org.uk/)
  • Robert Koch-Institut (http://www.rki.de/)
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Dieser Artikel wurde mit Hilfe einer KI erstellt. o1 ChatGPT (OpenAI), 2/2025